Informationen zum Thema Essstörungen


Aufgrund vieler Fragen, die uns in Form von e-Mails und Briefen erreicht haben, hat die ANAD e.V. Beratungsstelle in Zusammenarbeit mit ANAD-pathways eine Liste mit häufig gestellten Fragen (FAQ´s) und den dazu gehörenden Antworten rund um das Thema Ess-Störung zusammengestellt:

Heißt Bulimie kotzen?
Auch. Aber nicht nur. Das typische an der Bulimie ist, dass du Essanfälle hast. Danach hast du ein schlechtes Gewissen und möchtest das rückgängig machen, indem du z.B. erbrichst, Abführmittel nimmst, extrem viel Sport machst, hungerst usw.

Hat man nur Magersucht, wenn man gar nichts isst?
In ganz extremen Fällen essen die Betroffenen tagelang gar nichts. Die meisten essen ein bisschen was. Sie machen das dann extra langsam und umständlich. Auf jeden Fall essen sie viel weniger als der Körper für seine Aufgaben braucht, haben panische Angst vor dem Zunehmen, haben Angst vor dem Essen und sehen sich dicker als sie sind.

Meine Freundin hat seit einer Woche nichts mehr gegessen - außer Süßigkeiten und die hat sie wieder gekotzt. Hat sie jetzt eine Essstörung? Und welche?
Du ahnst es schon: normal ist das nicht. Ja, deine Freundin hat eine Essstörung. Sie kann das Essen nicht genießen und es geht ihr auch nicht darum, satt zu werden und sich wohl zu fühlen, wenn sie Hunger hat. Sie scheint eher Angst vor dem Essen zu haben- und wahrscheinlich auch davor, zuzunehmen. Jeder Bissen löst Schuldgefühle aus und das Bedürfnis, das Essen wieder los zu werden. Da hier das Nicht-Essen im Vordergrund steht, hat deine Freundin Magersucht mit bulimischen Zügen.

Sind alle, die eine Essstörung haben, dünn?
Nein. Viele mit Bulimie sind normalgewichtig oder haben Übergewicht. Und überhaupt: auch Übergewicht kann ein Zeichen für eine Essstörung sein. Eine Essstörung erkennt man nicht unbedingt am Gewicht, sondern daran, dass diejenige ein gestörtes Verhältnis zum Essen hat.

Meine Freundin hat seit den Sommerferien total abgenommen. Sie ist auch blass und lacht nur noch selten. Ich mach mir Sorgen. Ist sie magersüchtig?
Gut, dass du auf deine Freundin achtest. Du machst dir zurecht Sorgen, was du beschreibst kann eine Magersucht - oder eine andere Krankheit sein. Etwas scheint passiert zu sein. Rede mit ihr. Ohne Vorwurf. Sorge für eine schöne Atmosphäre unter vier Augen, sag ihr wie wichtig sie dir ist. Beschreibe, was du beobachtest und wie sich das für dich anfühlt. Rede nicht nur von ihrem Gewicht, frage sie vor allem, was sie so bedrückt. Biete ihr an, ihr zuzuhören und sie zu einer Beratungsstelle zu begleiten. Damit hast du ihr schon sehr geholfen.

Habe ich eine Essstörung, wenn ich Übergewicht habe?
Eine Essstörung lässt sich nicht am Gewicht festmachen. Eine Essstörung hast du, wenn du mit dem Essen - oder Nicht-Essen seelischen Schmerz verdrängen oder einen inneren Hunger stillen willst. Also dann, wenn es nicht mehr darum geht, satt zu sein und sich wohl zu fühlen. Finde heraus, was hinter deinem Übergewicht steht. Freunde, Familie, dein Hausarzt und auch ein Besuch bei einer Beratungsstelle können dir dabei helfen.

Wie schaffe ich es gesund abzunehmen?
Gesund ist vor allem, was dir gut tut. Achte deshalb sehr auf dich: iss wenn du hungrig bist und höre auf, wenn du satt bist. Sorge für einen abwechslungsreichen Speiseplan. Alles ist erlaubt. Knabbere abends vor dem Fernsehen lieber Obst und Gemüse mit Dip als Chips und Schokolade. Bewegung an der frischen Luft kurbelt den Stoffwechsel an. Deshalb: mal mit dem Fahrrad in die Schule fahren oder mal eine halbe Stunde joggen gehen.

Was sind körperliche Folgeerscheinungen bei Ess-Störungen, und wie wirken sie sich aus?
Die körperlichen Folgeerscheinungen können je nach Ess-Störung verschieden sein. Hier sehen Sie eine Übersicht über die körperlichen Folgeerscheinungen der einzelnen Ess-Störungen.Wir möchten darauf hinweisen, dass die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Bei den ersten Anzeichen von körperlichen Folgeerscheinungen suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf.

Anorexia nervosa:
Ausbleiben der Menstruationsblutung, chronische Verstopfung, niedrige Pulsfrequenz, niedrige Körpertemperatur, Stoffwechselstörungen, Wachstum von Babyflaumhaar am ganzen Körper, Frieren

Bulimia nervosa:
starke Gewichtsschwankungen, Müdigkeit, Mattigkeit, Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Haarausfall, Zahnverfall (Karies), Muskelschäden, Menstruationsstörungen, Verstopfung, Elektrolytentgleisungen

Adipositas:
Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Diabetes mellitus, Gicht, Schlaganfälle, vorzeitige Gelenkverschleißerscheinungen, Bandscheibenvorfälle, Zyklusstörungen

Ess-Störungen können sich auf die Psyche auswirken. Zum Beispiel:
sozialer Rückzug, Isolation, Traurigkeit, Depressionen, geringes bis kein Selbstwertgefühl

Können Ess-Störungen mit anderen Erkrankungen in Zusammenhang stehen?
Ess-Störungen können in Zusammenhang mit anderen körperlichen (z. B. Diabetes mellitus) und psychischen Erkrankungen stehen. Essstörungen können auch gemeinsam mit anderen Suchterkrankungen wie Alkoholabhängigkeit oder anderen Substanzabhängigkeiten auftreten. Es können auch Suchtmittel herangezogen werden, um die Funktion der Ess-Störung zu unterstützen.
Ess-Störungen können auch in Kombination mit einer Selbstverletzungsproblematik wie z. B. Schneiden mit Messern, Klingen, Scherben, Kopf an die Wand schlagen, Zufügen von Brandwunden, Beißen u.s.w. auftreten.

Können Männer auch an Ess-Störungen leiden?
Ess-Störungen betreffen nicht nur Frauen. Ca. 10 % der essgestörten Menschen sind Männer. Oftmals ist es sehr schwierig für Männer, Hilfe anzunehmen und preiszugeben, dass sie an einer Ess-Störung leiden, da Ess-Störungen immer noch als "typische Frauenkrankheit" gelten. Jungen und Männer für die Schlanksein, Äußeres, Gewicht und körperliche Erscheinung eine große Rolle spielen, erkranken häufiger. Besonders Männer in bestimmten Berufen wie Tänzer, Models, Hochleistungssportler, Skispringer und Langstreckenläufer sind gefährdet, eine Ess-Störung zu entwikckeln. Männer können genau wie Frauen das Hilfsangebot bei Ess-Störungen in Anspruch nehmen, wenn Sie bereit dazu sind.

Wie wird der Gewichtsbereich bei Kindern bestimmt?
Im Gegensatz zu Erwachsenen wird für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren nicht der BMI zur Berechnung herangezogen, da sich Kinder und Jugendliche noch im Wachstum befinden. Hier werden Perzentilen, so genannte Wachstums- und Gewichtskurven verwendet, in die Alter, Gewicht und Körpergröße einfließen. Im Einzelfall sollte die Perzentile eines Kindes bei einem Arzt bestimmt und besprochen werden.

Wie und wo bekommt man Informationsmaterial und/oder Literaturhinweise zum Thema Essstörungen?
Du bekommst zum Beispiel Informationsmaterial/Literaturhinweise zum Thema Ess-Störung zugeschickt, wenn Du an

ANAD e.V. Beratungsstelle
Seitzstraße 8
80538 München

Deine Adresse, einen frankierten DINA4-Rückumschlag und 2,88 EURO (2x1,44 EURO) in Form von Briefmarken als Unkostenbeitrag für Kopien sendest. Bitte in Kurzform den Zweck des Info-Materials angeben.

Texte mit freundlicher Genehmigung von ANAD   www.anad-pathways.de

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Gundis Zámbó - Ich hatte Essstörungen und bin geheilt. "Ich habe 25 Jahre nicht gelebt. Ich habe 25 Jahre nicht geliebt! Heute bin ich glücklich."


Gundis Zámbó
„Mein heimlicher Hunger“
rororo / Rowohlt Verlag
Paperback, 288 S. / 12,00 €
ISBN: 978-3-499-62332-5

Einen 11-seitigen Textauszug können Sie hier kostenlos herunterladen:
Mein heimlicher Hunger [PDF]
Initiative "Leben hat Gewicht"
"Aus eigener jahrzehntelanger Erfahrung weiss ich, wie es ist, essgestört zu sein und wie steinig, langwierig und leidvoll der Weg aus einer Essstörung ist. Es mangelt an Wissen, Erfahrung und Verständnis für die Krankheit und für Betroffene. Die emotionale Konditionierung eines Menschen nachzuvollziehen, der Lebensmittel als Feind empfindet und nicht als Mittel zum Leben, ist daher verständlicherweise für die meisten ein fast unlösbares Problem. Mir ist es ein tiefes Bedürfnis, meine eigenen Erfahrungen als Betroffene und Geheilte nach außen zu tragen, um zur Aufklärung und Prävention dieser Krankheit, die die Gesellschaft in bedrohlichem Maße überflutet, beizutragen."

Gundis Zámbó engagiert sich für die Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit "Leben hat Gewicht"
www.leben-hat-gewicht.de


06.10.2007 - BILD - Wie Gundis Zámbó ihre Sucht endlich besiegt

Gundis Zámbó berichtet in ihrem Buch "Mein heimlicher Hunger" über ihre überwundenen Essstörungen.
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05.10.2007 - BILD - "Ich war entzückt von meinen neuen, prallen Brüsten"
Gundis Zámbó berichtet in ihrem Buch "Mein heimlicher Hunger" über ihre überwundenen Essstörungen.
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04.10.2007 - BUNTE - "Gundis ganze Wahrheit"
Die TV-Moderatorin Gundis Zámbó hat ihre Bulimie besiegt - und spricht in BUNTE über ihre tiefsten Gefühle, über Angst und Glück.
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04.10.2007 - BILD - "Eine Freundin zeigte mir, wie man richtig kotzt"
Gundis Zámbó berichtet in ihrem Buch "Mein heimlicher Hunger" über ihre überwundenen Essstörungen.
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02.10.2007 - BILD - "Mit 12 habe ich meine erste Diät gemacht"
Gundis Zámbó berichtet in ihrem Buch "Mein heimlicher Hunger" über ihre überwundenen Essstörungen.
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01.10.2007 - BILD - "Das Kotzen bestimmte mein Leben"
Gundis Zámbó berichtet in ihrem Buch "Mein heimlicher Hunger" über ihre überwundenen Essstörungen.
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